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Regulierung des Kormorans

Votum von Peter Schenk an der Grossratssitzung vom 14.01.2026

Geschätzter Präsident, Kolleginnen und Kollegen

Die Fraktion EDU/Aufrecht bedankt sich bei den Motionären für den Vorstoss, denn die Bodensee-Fischerei hat für die Berufsfischerei und für die Thurgauer Gastronomie noch immer grosse Bedeutung und Wert.

Die Substanz in der Antwort des Regierungsrates ist aus unserer Sicht ähnlich, wie wenn man auf der Speisekarte in einem Restaurant nach Bodensee-Fischgerichten sucht: Es sieht mager aus.

Der Rückgang des Fischvolumens im Bodensee hängt mit verschiedenen Sachverhalten zusammen, einer der jüngsten ist die wachsende Sommerpopulation des Kormorans. Dieser Vogel in seiner Überpopulation gilt als Hauptgrund für die sinkenden Fischfänge. Kormorane fressen täglich bis zu einem halben Kilogramm Fisch. Bei einem aktuellen Bestand auf dem Bodensee von etwa 9000 Vögeln sind das bis  4,5 Tonnen. Täglich! Die Population des Kormorans sei jetzt wieder rückläufig, schreibt der RR beruhigend. Wen wunderts, wenn’s immer weniger Fische  hat. Weil: Weniger Fische = weniger Futter = weniger Kormorane. Es heisst aber auch: Weniger Bodenseefische auf dem Teller.

Die vorhandenen Fischbrutanlagen mit deren jährlichem Zuchtvolumen von allein 400 000 Seeforellen-Brütlingen, dazu kommen weitere zahlenmässig nicht erhobene Zuchtmengen von Bachforellen, Regenbogen-Forellen, Saiblinge, Zander, Egli, u.a.m, neu im Jahr 2026 sollen auch Felchen unterstützt werden, kosten Steuergeld. Wenn man zu diesem Aufwand nun noch die dazu nötige Infrastruktur den Betrieb und Unterhalt sowie den damit verbundenen Verwaltungsapparat dahinter dazu zählt, kostets den Steuerzahler richtig deftig.  Macht das Sinn, diese Geschichte mit unserem Steuergeld zu alimentieren, um dann den Grossteil davon dem Kormoran in den Rachen zu werfen?

Ich fordere den RR auf, den Sinn in derartiger Fischzüchterei dem Steuerzahler zu erklären.

Der RR schreibt, er habe schon alles gesetzlich Mögliche zur Regulierung getan. Das kann beruhigt bezweifelt werden. Der Kanton Bern z.B. zeigt auf, was alles getan werden kann. Er reguliert u.a. mit verstärkter Jagd. Neuenburg ermöglicht den Fischern unter anderem eine vereinfachte Jagdprüfung abzulegen, damit sie selber abschiessen können. Den vorarlbergischen Behörden kann abgekupfert werden, was auch möglich ist: Sie nutzen beispielsweise den gesetzlichen Spielraum und regulieren den Nesterbestand händisch. Fachleute erklären, dass in erster Linie die Anzahl Nester und damit die Brut pragmatisch angegangen werden muss.

Das sind Beispiele von gesetzeskonformer, aktiv umgesetzter Regulierung. Damit ist der Nachweis erbracht, dass vieles zu erreichen wäre, wenn man denn wollte…

Regulierung ist wichtig, das zeigt uns unter anderem die Jagdtätigkeit auf.

Der RR erkläre dem Fischliebhaber, warum er anstelle des regionalen, natürlich gewachsenen, gesunden Bodenseefisches einen nicht natürlich gefütterten Mastfisch z.B. aus der Nordsee oder aus Vietnam mit der damit gegebenen katastrophalen Öko-Bilanz konsumieren soll.

Der RR zeige dem sensibilisierten Konsumenten auf, ob er die Produktion hiesiger Nahrungsmittel unterstützt, und wie und wo dies hier erkennbar ist.

Der Berufsfischer erntet immer weniger. Der RR erkläre dem Berufsfischer, warum er ihm mit seiner diesbezüglichen Lethargie das Leben erschwert, und dadurch seine Existenz zunehmend bedroht. Aus meiner Sicht als Unternehmer erkenne ich unschwer eine wirtschaftliche Schädigung des Berufsfischer-Standes.

Die EDU/Aufrecht-Fraktion ist für die Erhaltung der Grundlage der Berufsfischerei und für die Produktion einheimischer Nahrungsmittel. Und damit meine ich nicht Vogelfutter. Wir erkennen den nötigen Handlungsbedarf und erklären die Motion darum einstimmig für erheblich.


«Abschuss per Gesetz»

Die Thurgauer Zeitung berichtet über die Debatte im Grossen Rat.

  • Ja
    Parole
    Eidgenössische Vorlage
    Keine 10-Millionen-Schweiz! (Nachhaltigkeitsinitiative)
  • Ja
    Parole
    Eidgenössische Vorlage
    Änderung über den zivilen Ersatzdienst (Zivildienstgesetz)
  • Nein
    Parole
    Kantonale Vorlage
    Änderung der Kantonsverfassung (Anpassung der Finanzkompetenzen)

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