Newsdetail

Schutz, Unterbringung und Betreuung von unbegleiteten, minderjährigen Asylsuchenden (UMA)

Votum von Kantonsrätin Marlise Bornhauser in der Grossratssitzung vom 18.12.2018

Und plötzlich waren sie da, die minderjährigen, unbegleiteten Asylsuchenden. 2014 waren es gesamtschweizerisch 795, 2015 waren es bereits 2736. Teenager und junge Erwachsene mit verschiedenen kulturellen Hintergründen und mit mehr oder weniger Schulbildung. Oft geschickt von Clans oder Sippen mit einer hoffnungsvolleren Zukunft vor Augen. Oft mit Vorstellungen im Kopf, die sich nicht mit der Realität in der Schweiz decken. Ernüchterung macht sich breit, das Erlenen einer neuen Sprache ist mühsam, sich in eine meist total andere Kultur hineinzuleben ist oft mit viel Frust verbunden.

Die Kantone waren gefordert. Verschiedene Schulgemeinden eröffneten Integrationsklassen. Die Unterbringung in den Durchgangsheimen war nicht optimal, aber sie hatten ein Dach über dem Kopf.
Die Strukturen der Integration wurden fortlaufend erweitert. In Weinfelden wurde für 2 Jahre eine UMA Schule geführt, vor allem für Schüler zwischen 16 und 18 Jahre, welche die reguläre Schulpflicht absolviert hatten, jedoch noch das nötige Rüstzeug für die sprachliche Integration benötigten. Ab dem Schuljahr 2017 wurden dann kantonsweit die Integrationskurse auf verschiedenen Stufen gestartet. Diese Angebote sind umfassend und laufen gut. Mit der Schaffung eines zentralen UMA Beistandes im Oktober 2017 können deren Interessen noch mehr berücksichtigt werden.

Das Wohnungsangebot, die Freizeitgestaltung ist eine andere Sache, auch hier bemüht sich der Kanton mit Hilfe der Peregrina-Stiftung für eine menschenrechtskonforme Unterbringung und Freizeitgestaltung. In den meisten Fällen gelingt das auch. Die Peregrina-Stiftung ruft auf ihrer Homepage die Bevölkerung auf, sich einzubringen und die jungen Leute zu unterstützen. Das Echo fällt aber sehr bescheiden aus, gerade im Hinblick auf Unterbringung in einer Pflegefamilie oder auch für eine geeignete Arbeitsstelle.
Die EDU Fraktion ist mit der Antwort des Regierungsrates zufrieden.

Eine geeignete Unterbringungs- und Betreuungsstruktur ist vorhanden und es besteht keine Dringlichkeit, das bestehende UMA Konzept von einer unabhängigen Stelle zu überprüfen.

Wir erklären den Antrag für nicht erheblich.