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Konzept zum Umgang mit Wasserknappheit....

Konzept zum Umgang mit Wasserknappheit, trockenheit, zu den entsprechenden Konflikten und Versorungungsproblemen, sowie mögliche Lösungsansätze und Finanzierungsmodelle von Kantonsrat Peter Schenk an der Grossratssitzung vom 30.09.2019

Die EDU Fraktion dankt den Initianten für den Vorstoss und dem Regierungsrat für die umfassende und pragmatische Beantwortung.
Wasser bildet die Grundlage allen Lebens und ist somit das Lebensmittel Nr. 1. Gott sei Dank: wir haben über den Kanton gesehen genug Wasser! Dafür sind wir sehr dankbar! Allerdings ist es manchmal nicht am richtigen Ort. Das lässt sich aber ändern, wenn man will.
Der Trinkwasserverlust und die nicht messbaren Wasserbezüge im Leitungsnetz im Thurgau liegt bei etwa 13%, das sind bei einer jährlichen Trinkwassergewinnung von 33 Mio. m3 ein Verlust von 4.3 Mio. m3. Dies entspricht dem Volumen des Hüttwiler-, des Nussbaumer- und des Hasensees zusammen. Jährlich wiederkehrend! Dieser Verlust könnte zu einem grossen Teil eliminiert werden. Die säumigen Wasserversorgungen, welche ihre maroden Leitungsnetze nicht sanieren und diese als unterirdische Sprinkleranlagen betreiben, könnten also einen wesentlichen Beitrag zum Thema leisten.
Jeder Raucher, der täglich seine Kippen draussen wegwirft, verwandelt mit einer einzigen Kippe 40 Liter unseres Grundwassers in Gülle. Das ist belegt. Allein entlang unserer Thurgauer Strassen liegen zu hunderttausenden Kippen; ich weiss wovon ich spreche, begegne ich ihnen doch seit 3 Wochen und auch noch 3 künftige Wochen lang täglich in grausigem Ausmass. Ich habe noch nie einen Raucher beobachtet, und sei er noch so gründenkend, der seine unterwegs produzierten Kippen einsteckt. Tendenziell schmeissen alle Raucher ihre Kippen weg. Aktuell wird die Landwirtschaft gnadenlos an den Pranger gestellt bezüglich Grundwasserverschmutzung. Ich bin der Überzeugung, dass die millionenfach weggeworfenen Kippen (x je 40 lt.Bschütti!) in unserem Land eine immense Grundwasserverschmutzung darstellen. Die dazukommende Luftverpestung und die Krankheitsfolgekosten blende ich hier aus. Kann es sein, dass zu viele Umweltretter nikotinsüchtig sind und sie darum diese mitverschuldete katastrophale Gewässerverschmutzung ausblenden, weil sie diesbezüglich ehrlich werden müssten?
Fakt ist: würden keine Kippen weggeschmissen, hätten wir viel mehr sauberes Grundwasser.
Weg von der grusigen Nikotinsuppe wieder hin zum sauberen Trinkwasser:  
40% unseres Trinkwassers entnehmen wir dem Bodensee. Da haust seit jüngster Zeit die invasive Quaggamuschel. Diese besiedelt die Wasserentnahme-Rohre und die Seiher. Wenn diese erst einmal durch diesen extrem rasch wachsenden Muschelbefall zugekrustet sind, dann haben wir definitiv Wasserknappheit. Beispielsweise hat die Regio Energie Amriswil mir bestätigt, dass die Quagga schon 10% Leistungseinbusse bei deren Fassungsleitung verursacht hat. Da bahnt sich eine Sorge an. Diesbezüglich gilt es sofort zu handeln. Vorab von den kantonalen Stellen.
Die Planung einer konkreten Brauchwasserversorgung und deren raschen Umsetzung wie vom RR vorgeschlagen, unterstützen wir sehr. Damit würde das Trinkwasser aufgewertet und mengenmässig geschont. Parallel dazu könnte der Trinkwasserpreis moderat erhöht werden. Das gäbe Anreize in die richtige Richtung.
Das Anliegen der Initianten ist ehrenwert. Wir sind jedoch der Meinung, dass diesbezüglich schon genug geschrieben wurde. Handeln ist nun angesagt.  
Die EDU Fraktion erklärt dieses Geschäft einstimmig für nicht erheblich.