Newsdetail

Förderbeitrag an Thurgauer Holz

Votum von Kantonsrat Christian Mader in der Grossratssitzung vom 24.03.2021

Die EDU Fraktion dankt dem Regierungsrat für die Beantwortung der Motion.
Grundsätzlich begrüsst der Regierungsrat das Anliegen der Motion, wie er in der Motionsbeantwortung schreibt. Sowohl ökologische als auch volkswirtschaftliche Gründe sprechen für die Verwendung von Thurgauer Holz. Er beweist das auch, indem er beabsichtigt, beim Ergänzungsbau des Regierungsgebäudes, der Schulsport-Turnhalle am Bildungszentrum für Technik in Frauenfeld oder dem neuen Milchviehstall der Domäne Arenenberg Holz aus dem staatseigenen Thurgauer Wald zu verwenden.
Die Vorbildfunktion wird heute gelebt, es sei dazu bemerkt, dass Paul Koch, der auch diesen Vorstoss mitverantwortet, über Jahre hinweg nicht müde geworden ist und die Regierung immer wieder aufgefordert hat, Holz vom Staatswald für Kantonseigene Bauten zu verwenden. Die Vorteile punkto Ökologie und Nachhaltigkeit sind unbestritten und auch volkswirtschaftlich macht es Sinn.
Schwieriger ist es bei privaten Bauherren, weil leider meistens dasselbe Argument, nämlich der Preis im Weg steht. Einheimisches Holz, in der Region verarbeitet, ist ca. 5% teurer und das sind viele Bauherren nicht bereit draufzuzahlen. Gerade hier will die Motion ansetzen. Ein kantonaler Anteil an diese Mehrkosten ist absolut sinnvoll. Eine direkte Unterstützung der Bauherren, die einheimisches Holz verwenden, gibt positive Impulse auf die ganze Wertschöpfungskette und damit die ganze Branche. Dies ist der wahre Gewinn, auch für den Kanton, fliesst so doch ein Mehrfaches in Form von Steuergeldern durch natürliche und juristische Personen wieder zurück!
Ebenso wichtig wäre aus EDU Sicht das Zeichen, welches der Kanton damit setzen könnte. Die Förderung der regionalen und kantonalen Wirtschaft wäre gerade in der jetzigen, schwierigen Coronazeit sehr wertvoll, ermutigend und ein Silberstreifen am Horizont. Leider stellen wir bereits wieder fest, dass der Einkaufstourismus anzieht. Nichts wurde gelernt aus dem vergangenen Jahr, mit teilweise prekären Lieferketten. Leider bleibt die Wertschätzung der Regionalen Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe zu oft nur Lippenbekenntnis. Beispiele aus meinem Beruflichen Umfeld belegen es drastisch: So ist bereits eine Preisdifferenz von 1 - 1.5% der Grund, dass Arbeiten nicht regional, sondern auswärts vergeben werden, dies bei bewusst akzeptiertem langem Anfahrtsweg. Das Kriterium der ökologischen Gewichtung spielt plötzlich keine Rolle mehr!!  Es gilt einmal mehr nur hinten rechts!
Auch unserem regionalen Gewerbe zuliebe wird die EDU Fraktion die Motion einstimmig erheblich erklären.