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Deregulierung für eine bessere Erdwärmenutzung

Votum von Kantonsrat Peter Schenk an der Grossratssitzung vom 30.09.2019

Ich bedanke mich bei den Initianten für den Vorstoss und dem Regierungsrat für dessen Beantwortung.

Die Initiative will nichts anderes, als existente unnötige administrative Hürden abzubauen, damit die Erdwärmenutzung vereinfacht bewilligt und bessere Energiewerte erreicht werden können.

Die EDU Fraktion unterstützt dieses Ansinnen. Umso erstaunter sind wir über die einschränkende Stellungnahme des RR. Es kommt der Eindruck auf, dass die existente deutsche Norm VDI 4640 und der vorhandene Normenentwurf SIA 384/6 die vielfach gepriesene grosse Energieinnovation des Kantons Thurgau zu einer Kläglichkeit verkümmern lassen könnte. Wen interessiert eine Deutsche Norm und wen interessiert ein SIA «Normenentwurf» welche beide den nötigen Progress punkto Geothermie im Thurgau abwürgen?

Die Begründung für die Beibehaltung des Tiefenwertes bei 500m lässt mich als Bohrunternehmer schmunzeln: Die Aussage, die topografischen und hydrogeologischen Rahmenbedingungen im Kanton Thurgau erlaube einen Grenzwert von 500m Tiefe, sozusagen flächendeckend, ist unseriös: die Topografie, die Lithologie und die Hydrogeologie sind in unserem Kanton heterogen. Beispielsweise sind die diesbezüglichen Bedingungen im Hinterthurgau verglichen mit denen im Raum Arbon definitiv unterschiedlich.

Die Kenntnisse über den Aufbau des Untergrundes ist auch bis 600m genauso «generell gut» wie er auf 500m ist.

500m Bohrtiefe sei erprobt und in aller Regel ohne Risiken für Dritte! Ja, wie wäre es, wenn wir herausfinden würden, ob dieser Sachverhalt auch in 600m Tiefe zutrifft?

Eine Leistungslimite bei 500kW anzusetzen ist hinderlich für allfällige künftige ganz grosse Sonden Felder.

Der Abgrenzungswert zwischen untiefer und tiefer Geothermie würde grösser: bitte erklären sie unseren Enkeln, dass das der Grund sei, weshalb es geothermisch im Thurgau nicht vorwärtsgehen darf.

Geschätzter Regierungsrat: warum so ängstlich? Kann so die Energiewende 2050 erreicht werden? Wir bezweifeln das!

Die EDU Fraktion unterstützt die parlamentarische Initiative in der ursprünglichen Form.