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Änderung des Geschlechts im Personenstansregister

Votum von Kantonsrat Daniel Frischknecht in der Grossratssitzung vom 24.03.2021

Am 18. Dezember 2020 hat eine Mehrheit unserer nationalen Politiker in Bern entschieden, dass Kinder ab 16 Jahren ohne Einwilligung ihrer Eltern und auch ohne medizinische oder psychologische Abklärung sowohl ihr Geschlecht als auch ihren Namen ändern können. Was bedeutet dies und welche Auswirkungen hat dies auf die Betroffenen und ihre Familien und Angehörigen? Es scheint als hätten sich die Mehrheit der Parlamentarier diese Fragen nicht gestellt und sind einmal mehr den mehrheitlich kinderlosen Bundesrätinnen und Bundesräten blind gefolgt, oder haben sich einmal mehr nur an ihren LGBT-Agenden orientiert.

Da auch mit 16 Jahren, sowohl die persönliche, psychische als auch die körperliche sexuelle Entwicklung – also die Adoleszenz - noch lange nicht abgeschlossen ist, ist dies aus entwicklungspsychologischer Sicht fatal. Es werden Festlegungen getroffen, welche sowohl persönlich als auch sozial grosse Auswirkungen haben, welche Kinder und Jugendliche in diesem Alter noch nicht oder nur mangelhaft abschätzen können. Dies kann nach späteren Verunsicherungen zu grossen Krisen, Selbstablehnung bis hin zu Suiziden führen.

Weiter hat eine Schweizer Psychiaterin bei einer Studie über die Häufigkeit von Wünschen nach Geschlechtsänderung in Deutschland festgestellt, dass in einer kleinen Ortschaft gleich vier Jugendliche ihr Geschlecht ändern wollten, obwohl dies von der prozentualen Verteilung im Volk so gar nicht möglich ist. Also haben wir es hier – obwohl eine Identitätsproblematik durchaus vorkommen kann - mit einem Trend zur Gruppendynamik zu tun, der sich offenbar als LGBT-Evangelium mit missionarischem Eifer äussert und mit medialer Unterstützung unter das Volk gemischt wird. Dabei geraten auch immer wieder noch nicht gefestigte Jugendliche in diesen Zwist – und diese gilt es unbedingt zu schützen.
Zudem wird durch dieses Gesetz auch die elterliche Fürsorge und Obhut unterwandert, ausgehöhlt und eliminiert. Für einen Handykauf müssen die Kinder die Eltern um Erlaubnis fragen, für eine Geschlechts- und Namensänderung nicht. Solche einschneidenden Entscheidungen sollten nicht von den Minderjährigen in Eigenregie gefällt werden, sondern es müssen persönliche Anhörungen innerhalb des Familiensystems unter Einbezug von medizinisch-psychiatrischen Fachleuten stattfinden, sonst kann es sowohl für das Betroffene, für die Familie als auch für das Umfeld gravierende Folgen haben.

Ich bin der Meinung, dass wenn der Wunsch mit 18 Jahren tatsächlich immer noch da ist, so kann eine Änderung des Geschlechts und des Namens immer noch geprüft werden.

Aus diesen Gründen, aber auch aus der tiefen Überzeugung, dass derart wichtige Beschlüsse unbedingt vor das Volk müssen, ist die EDU-Fraktion einstimmig für Eintreten und unterstützen die Parlamentarische Initiative.